DAS ARCHIV DER KLASSE FÜR ALLE WIRD GERADE NACH STICHWORTEN NEU GEORDNET UND STEHT BALD HIER ZUR VERFÜGUNG. IN DER ZWISCHENZEIT FINDEN SIE HIER PUNKTUELLE INHALTE DER ERSTEN BEIDEN STUDIENJAHRE ZU DEN THEMEN “GARTEN FÜR ALLE” UND “REPAIR”.

STUDIENJAHR 2022/23
DAS 2. JAHR DER KLASSE FÜR ALLE
“GARTEN FÜR ALLE

ZEICHNEN MIT ANDEREN (MENSCHLICHEN UND MEHR-ALS-MENSCHLICHEN WESEN)
Sommersemester 2023

Im Frühjahr und Sommer zeichnen wir an 6 Terminen in unterschiedlichen Gärten und Räumen. Sechs Künstler:innen sind eingeladen, das gemeinsame Arbeiten anzuleiten. Diese stellen zu Beginn ihre künstlerische Praxis vor, nach dem gemeinsamen Arbeiten spricht, wer mag, über die entstandenen Zeichnungen.
Begegnungen mit anderen Lebewesen, menschlichen wie mehr-als-menschlichen, sind der Ausgangspunkt für die eigene zeichnerische Praxis. Das Gemeinsame kann dabei bedeuten, ruhig nebeneinander zu arbeiten, voneinander zu lernen, miteinander genauer zu schauen, gemeinsam Blockaden zu überwinden – aber auch, zusammen auf einem Blatt zu zeichnen. Der “Garten” offenbart eine magische Ordnung: das Zeichnen wird zur Interaktion mit Menschen, Erde, Wasser, Pflanzen, Insekten und Jahreszeiten. Welche Vorstellungen (eines Abbildes, einer Pflanze, eines Tieres) habe ich im Kopf und was verändert sich im zeichnerischen Prozess? Wie verhält sich mein Körper, von den Augen über die Berührungen der Hände zum Bleistift, zum Blatt Papier, zur Natur? Wie bringe ich Ertastetes (samtig, zart, hart, zerbrechlich) zur Darstellung, wie Gerüche, Gefühle, Wind, Berührungen? Was lerne ich über die Freude an unerwartet entstandenen Bildern und im Miteinandersein? 

Einfache Zeichenmaterialien (Papier in unterschiedlichen Formaten, Bleistifte, Kohle, Buntstifte) werden zur Verfügung gestellt. Lieblingsstifte, falls vorhanden, bitte mitbringen.

ZMA #5
mit Nora Severios
Ort Schulgarten Kagran, Donizettiweg 29, 1220 Wien
Termin Donnerstag 1. Juni, 15–18 Uhr
Wir bitten um Anmeldung!

Nora Severios, Keeping up with the Kurds

Nora Severios versucht in ihren Arbeiten Beziehungen zu Ihrer Umwelt zu schaffen, indem sie Interessensfelder physisch, performativ und forschend in ihren Ursprüngen und Einzelbestandteilen erkundet, sowie in der Gegenwart neu zusammensetzt und verarbeitet. Severios beschäftigt sich mit Ausprägungen von Domestikation, Naturbegriffen, Koexistenz und Nutzungsbeziehungen. Nora Severios studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien. Sie war Teil von Handspells. Preis der Kunsthalle Wien 2021.
noraseverios.com

ZMA #4: Botanische Illustration
mit Margareta Pertl
Ort Botanischer Garten Wien
Termin Donnerstag, 4. Mai, 15–17:30 Uhr

Margareta Pertl studierte an der Akademie für Bildende Künste in Wien und erhielt dreimal den Fügerpreis für ihre Zeichnungen. Die Royal Horticultural Society, London, zeichnete sie mehrmals für ihre Orchideenaquarelle aus. Seit 1998 illustriert Margareta Pertl Orchideen der Sammlungen der National Botanic Gardens, Glasnevin, Dublin, und des Botanischen Gartens der Universität Wien. Zweimal hat sie an einer Expedition nach Madagaskar teilgenommen und ist Research Fellow of the University Core Facility Botanical Garden, Faculty of Life Sciences. Seit 10 Jahren gibt sie Kurse in botanischer Illustration und ist Gründerin der Gesellschaft „Wiener Schule der botanischen Illustration“. Margareta Pertl lebt und arbeitet in Wien und Dublin.
margaretapertl.com

ZMA #3
mit Ulrike Köppinger
Ort Stadtpark. Treffpunkt Eingang Parkring / MAK Weiskirchnerstraße, beim Blumenstand
Termin Donnerstag, 20. April, 17–19 Uhr

I know what i see 
I trust what I know 

Let´s explore what lies beyond what we are taught to see

Ulrike Köppinger zeichnet und malt aus der Erinnerung nach ihren Spaziergängen und Wanderungen. Diese Erinnerungen schließen die visuellen Eindrücke als auch die inneren Vorgänge mit ein. Musik spielt eine genauso zentrale Rolle wie Erlebtes, Gefühltes, Gesehenes.
Fragmente, die dann wieder verbunden werden, die intensiven Farbfelder, die sich an den Rändern auflösen, sich an einer anderen Stelle wieder verdichten und durch große gezeichnete Halbkreise verbunden sind: Es sind skizzenhafte, unterbrochene und fragile, feine Linien, die kaum sichtbar sind bis hin zu intensiven Farbflächen, die mehr sind als nur Licht, sie sind Energiefelder …
Ihre Arbeiten waren unter anderem bei Galerie Gabriele Senn in Wien oder in Salzburg bei Mario Mauroner zu sehen. 2008 wurden ihre Arbeiten mit dem Birgit-Jürgenssen Preis ausgezeichnet und 2022 waren sie für den Strabag Art Award nominiert.
ulrikekkoeppinger.com
@ulrikekoeppinger

ZMA #2Eutonie-Sequenzen
mit Priska Morger
Ort Atelier im Heiligenkreuzerhof
Termin Donnerstag, 30. März, 17–20 Uhr

Eutonie kann als Vorbereitung verstanden werden. Es handelt sich um eine Technik mittels Spannung und spannungslösenden Übungen, die zu mehr körperlichem Bewusstsein führt und dadurch den zeichnerischen
Ausdruck befreiter unterstützt. Die Eutonie Übenden werden durch neutrale Ansagen von mir angeregt, inspiriert, sich in Ruhe und Bewegung zeichnerisch spürend wahrzunehmen: wahr-nehmen, an-nehmen, was wahr ist, im Jetzt und in der eigenen Wirklichkeit des zeichnerischen Augenblicks!

Priska Morger war 2011–2021 die künstlerische Leiterin des Instituts Mode-Design in Basel, wo sie weiterhin als Lehrende mit dem Programm Doing Fashion am überlieferten Modebegriff rüttelt: Doing fashion has free spirit in its hands – not a soul for sale. Priska verbindet in Lehre und eigener Arbeit einerseits Handwerk mit Erfahrung, das eigene Eutonie Körperwissen und andererseits profunde Kenntnisse der Modegeschichte mit gegenwärtigen Bedürfnissen und Möglichkeiten. Sie fördert die Wichtigkeit, tiefer zu schauen, nicht an der Oberfläche zu verweilen, um neue überraschende Kombinationen zu ermöglichen.
@priska_morger
@hgkbasel_doingfashion
@hgkbasel_fhnw

ZMA #1
mit Elka Krajewska
Ort Atelier im Heiligenkreuzerhof
Termin Donnerstag, 16. März, 17–19 Uhr

Elka hat uns “blackbird songs” ins Atelier gebracht und uns durch
Übungen zu Wahrnehmung & Bewusstsein geführt. Eine überraschend großartige Erfahrung war ein Prozess, der zum gemeinsamen Zeichnen geführt hat.

Als interdisziplinäre Künstlerin, deren Arbeit auf Kollaborationen beruht, erweitert Elka Krajewska die Grenzen der Kunst, indem sie nicht nur verwendet, was sie sieht und fühlt, sondern ebenso Elemente ihrer Biografie. Die gebürtige Warschauerin migrierte 1989 nach New York, wo die downtown Performance- und Musikszene ihre fließende Einstellung zu Materialien und Ästhetik geprägt hat. Ihr Werk wechselt ständig zwischen den Medien: Malerei, Skulptur, Video, Fotografie, Performance. Sie arbeitet mit anderen Künstler:innen, Komponist:innen und Dichter:innen sowie, bis zu derem Tod 2022, mit ihrer Mutter KrajM zusammen. Elka teilt ihre Zeit zwischen Wien, Warschau und New York.
elka.net
@elkakrajewska

SEEDING PRACTICE –
CARE FOR PUBLIC GREEN

biodiversität am oskar kokoschka platz

Gestaltungsfragen und die Abstimmung zur extensiven Pflege der Wiese am Oskar Kokoschka sind in Ausverhandlung begriffen – wir widmen wir uns vor Ort der Fläche und ihrer vielfältigen Bewohner:innenschaft. Wir lernen von und mit der Wiese zusammen mit anderen Artgenoss:innen: Erkunden und gemeinsames Beobachten der Biodiversität der Wiese am Oskar-Kokoschka-Platz, Arten und Kritter bestimmen und benennen, regionales Saatgut auf der Wiese einbringen (Klatschmohn, Hainsalbei …) und ergänzende Pflanzungen von Arten wie Wilder Karde und Färberkamille

©google maps, Isa Klee
Bestandsaufnahme iNaturalist

WIESE AM OSKAR KOKOSCHKA PLATZ

Eine magere Wiese mit angrenzenden Gehölzstrukturen und Altbaumbestand am Oskar-Kokoschka-Platz, gegenüber dem Eingang zur Universität für angewandte Kunst, ist Lebensraum heimischer Tier- und Pflanzenarten: Birnbaum, Kirschpflaumen, Efeu, Schafgarbe, Sichelmöhre, Feldmannstreu, weiße Heideschnecken, Stockenten, Amseln, Wildbienen, Käfer, Libellen, Heuschrecken und Ameisen bewohnen diesen Ort. Ein Zaun hegt die Grünfläche ein, was die Lebensformen vor übermäßigem Betreten schützt. Die ökologisch bedeutsame Restfläche ist Ausgangspunkt eines Nachdenkens über die Gestaltung öffentlicher Räume in der Stadt unter Berücksichtigung der Interessen nicht-menschlicher Lebensformen und Handelns im Sinne dieser Rücksichtnahme.
Der Verlust von Biodiversität, Massenaussterben und Klimawandel schärfen ein neues Bewusstsein für die Bedeutung von Stadtnatur und verlangen nach neuen Handlungsansätzen inmitten der großen Krisen im unmittelbaren Lebensumfeld. Die Projekt-Grünfläche am Oskar-Kokoschka-Platz wird als post-anthropozentrischer Beziehungsraum gedacht und ermöglicht als realer und fiktiver Ort kollektive Lernerfahrungen, fachlichen Diskurs und eine reflektierte Neupositionierung menschlicher Aktivität im Artengefüge. (Konzept: Isa Klee)


Isa Klee arbeitet als endangeredspeciesadvocacy* intersektional für eine intakte Biodiversität. Klee initiiert, aktiviert und gestaltet biodiverse Räume und Raumprozesse und denkt Städte als speziesübergreifende Lern- und Lebensräume. Sie ist Klimaschutzpreisträgerin und Gründerin der Initiative Öko Campus Wien und in Gemeinschaftsgärten in Wien aktiv. instagram.com/endangeredspeciesadvocacy/

Seeding Practice #7
Termin Freitag 24. März 2023
Ort Wiese am Oskar Kokoschka Platz 2

Ausgangspunkt der Stadtnatur-Spaziergänge mit der Klasse für Alle sind zwei Grünflächen der Angewandten: die Wiese außerhalb und der Innenhof des Hauptgebäudes am Oskar Kokoschka Platz. Angeleitet von Isa Klee, die aus einem bewussten Umgang mit Pflanzen, Samen und Ressourcen der Stadt und immer in Sorge für Insekten und andere nicht-menschliche Spezies eine aktivistische Praxis entwickelt hat, lernen wir, die Stadtnatur neu zu sehen, in ihrer Vielfalt zu benennen, mit ihr sorgend umzugehen. Wir versuchen, die Lebensraum-Ansprüche von Pflanzen und Tieren zu erkennen und uns den Arten anzunähern. Die Spaziergänge führen zu weiteren Grünflächen, auf denen bereits die Mahd ausgesetzt ist, zu Community Gärten, Brachflächen, Zwischenräumen: das sogenannte Abstandsgrün, Baumscheiben oder auch nur “Cracks” zwischen Baustellen werden beobachtet, bepflanzt, gehegt. Die Bestandsaufnahme wird mitsamt den Veränderungen über das Jahr in einem Skizzenbuch zeichnerisch und sprachlich dokumentiert.

Seeding Practice #6
Termin Dienstag 11.1.2023, 15:30–17:00
Treffpunkt Schottentor / Uni Wien

Auf den Spuren anderer Geschichten und einer lebenswerten Zukunft in der Stadt suchen wir diesmal vielfältige Naturräume um die Universität Wien auf: Restflächen mit Wiesen, Stadtwälder und G’stettn. Dabei begleitet uns die Frage der Mitgestaltung und der Haltung gegenüber anderen, hier lebenden Arten wie Schafgarbe, Zweifarbfledermaus oder Donau-Sandbiene. Am Campus beheimatete Geschichten über Interspezies-Begegnungen, Fledermausrettungen, politische Prozesse, institutionelles Lernen und neue Allianzen zum Schutz von Lebensräumen bilden Narrative biodiverser Zukünfte. Gemeinsames Handeln macht den Campus zum Lernort und zum vielschichtigen Experimentierfeld für institutionelle Veränderung. Den Abschluss des Walks bildet ein Besuch im Gemeinschaftsgarten am Campus, der als biodiverser, partizipativ gestalteter Ort ein Ausgangs- und sinnbildlicher Keimpunkt dieser Geschichte(n) ist.

©Klasse für Alle

Seeding Practice #5
Termin Mittwoch 9.11.2022
Ort Hof der Universität für angewandte Kunst Wien + Oskar Kokoschka Platz
Thema SEEDING THE FUTURE
im Rahmen von OPEN HOUSE ANGEWANDTE

Seeding Practice #4
Termin Dienstag 11.10.2022
Ort Hof der Universität für angewandte Kunst Wien + Oskar Kokoschka Platz

©Anahita Asadifar

Seeding Practice #3
Termin Freitag 8.10.2022
Ort Hof der Universität für angewandte Kunst Wien + Oskar Kokoschka Platz
Thema Designing out Biodiversity
im Rahmen von OPENING NIGHT GARTEN FÜR ALLE

Skizze und Text zum Balkenschröter ©Isa Klee
photos ©Isa Klee

Seeding Practice #2
Termin Dienstag 27.3.2022
Ort Oskar Kokoschka Platz and
im Rahmen des ANGEWANDTE FESTIVAL 2022
SILENT EARTH – Biodiversitäts-Reparatur am Oskar-Kokoschka-Platz:
ein Gespräch über Biodiversitätsverlust und Grünräume in der Stadt

©Klasse für Alle/Andrea Lumplecker
©Klasse für Alle/Ritger Traag

Eine Magerwiese mit angrenzenden Gehölzstrukturen am Oskar-Kokoschka-Platz, auf der Schafgarbe, weiße Heideschnecken und eine Vielzahl von Insekten leben, ist Ausgangspunkt für die Ausverhandlung der Interessen nichtmenschlicher Organismen und deren Berücksichtigung in der Gestaltung von öffentlichem Raum. Vor dem Hintergrund der Vielfachkrisen setzen wir uns mit dem Ort und seiner biodiversen Bewohner*innenschaft neu in Beziehung, sammeln Daten in einem Citizen-Science-Projekt und entwickeln konkrete Handlungsansätze für den Ort als Biodiversitätsfläche. Ein Gespräch an der Magerwiese am Oskar-Kokoschka-Platz mitMagistrats-Vertreter*innen und Gästen.

Seeding Practice #1
Termin Sonntag 27.3.2022
Ort Oskar Kokoschka Platz
im Rahmen von REPAIR ASSEMBLY

©Klasse für Alle / Ritger Traag

IF YOU CAN’T MAKE SENSE,
YOU CAN STILL DRAW PLANTS

HERBST/WINTER 2022/23 


mit Christian Bazant-Hegemark
Orte Gärten + Ateliers am Heiligenkreuzerhof, Zukunftshof, Hof der Angewandten Oskar Kokoschkaplatz 2 u.v.m.

In diesem vierteiligen Workshop soll die Welt durch Zeichnen erfahrbar und die eigene, individuelle und oft unerwartete Art des Zeichnens verständlich gemacht werden. Aufgeschlossenheit und Neugier sind die Grundlage, um die Welt zu reflektieren. Ziel ist es, das Zeichnen als Strategie zu integrieren, um Prozesse der Reflexion, Selbstbeobachtung und Meinungsbildung zu dokumentieren. Was bedeutet es, zu zeichnen? Wie zeichnet man eine Erfahrung, ein Gefühl oder eine Erinnerung, eine Meinung, eine Hoffnung oder ein Anderssein? Wie zeichnet man dann bestimmte Pflanzen, Landschaften oder Menschen? Wie kann man die Veränderung der Dinge im Laufe der Zeit zeichnen? Wie kann man zeichnen, wenn man nicht zeichnen kann? Wie zeichnet man gemeinsam?  Der Workshop fördert das Experimentieren, der Schwerpunkt liegt dabei auf dem Prozess, die Ergebnisse sind optional. Es geht auch darum, eine Beziehung zum Garten mit seinen nicht-menschlichen Spezies als emotionalem und sozialem Raum herzustellen. Christian Bazant-Hegemark bietet Hinweise und Anleitungen, um in die Welt des Zeichnens einzutreten. 

Christian Bazant-Hegemark arbeitet vor allem mit Zeichnung, Malerei und Code. Seine Arbeit konzentriert sich auf die Verarbeitung von Traumata, Introspektion und das menschliche Bedürfnis, einen Platz in der Welt zu finden. Neben seiner künstlerischen Praxis ist Bazant-Hegemark in verschiedenen Projekten aktiv, die darauf abzielen, die Dynamik der Kunstwelt transparent zu machen. bazant-hegemark.cominstagram.com/christianbazanthegemark

©Anahita Asadifar

MOVEMENTS FOR GARDENERS
feldenkrais methode

mit Philipp Ruthner
Basierend auf der Bewegungsforschung von Dr. Moshe Feldenkrais spielen wir mit diesen Ideen: uns zum Boden zu beugen, uns zu erheben, die Sense zu schwingen und zu säen. Im Körper ist alles Wissen bereits enthalten.
Wir stellen uns die Zukunft vor und bringen ins Dasein, was noch nicht möglich ist. Alle Niveaus willkommen. Im Sommer werden wir mehr mit dem Boden selbst und der Verbindung zur Außenwelt arbeiten: Menschen, Pflanzen, Erde. In einer Session im Mai werden wir am Zukunftshof direkt am Feld sein.

Philipp Ruthner arbeitet als Feldenkrais Lehrer seit 16 Jahren mit Menschen an der Verfeinerung und Aneignung neuer oder vergessen geglaubter Bewegungsmöglichkeiten, in Wien und Basel. philippruthner.com

©Anahita Asadifar

Termin Juni 2023
Ort Zuikunftshof

Termin December 2022
mit Philipp Ruthner & Ute Neuber
Details Tragen & Getragen Werden

©Philipp Ruthner

STUDIENJAHR 2021/22
DAS ERSTE JAHR DER KLASSE FÜR ALLE
“REPAIR


Repair ist wahrscheinlich die dringlichste Aufgabe der Gegenwart.
(repair, engl. reparieren, erneuern, heilen, wieder gut machen).
Wie lässt sich Reparatur auf eine Art und Weise umsetzen, dass Veränderungen nachhaltig möglich werden? Wie kann Repair zu einer Methode der Achtsamkeit werden? Welche Strategien gibt es, um nicht aufzugeben? Können wir miteinander (über Alters-, kulturelle, religiöse, Klassen- und Bildungsgrenzen hinweg) lernen und arbeiten und über sicht- und unsichtbare soziale Grenzen hinweg zueinander finden in einer Praxis von Care & Repair? Lässt sich aus der Bewusstmachung und Sichtbarkeit von Narben Widerstandsfähigkeit gewinnen? Und kann die Kunst dabei helfen, die Töne und Stimmen des Dazwischen zu hören und Utopiefähigkeit zu erlangen? All diesen Fragen gingen wir im Studienjahr 2021/22 nach.

IM RAHMEN DES ANGEWANDTE FESTIVALS
RESPONSE/ABILITY
(Jahresausstellung der Klasse für Alle)

Datum Dienstag 28. Juni – Freitag 1. Juli 2022, 11–21 Uhr
Ort Atelier im Heiligenkreuzerhof

© Georg Eckmayr
©Klasse für Alle

In der in der Gruppe der Klasse für Alle (AGORA) erarbeiteten Ausstellung zum Angewandte Festival wurden sowohl laufende Projekte und Praktiken als auch die dahinter liegenden Ideen gezeigt – ein Resümee des Jahres.
Mit Gruppen- und Einzelarbeiten von Astrid Boesch-Bodisch, Georg Eckmayr, Erika Farina, Clemens Joham, Isa Klee, Johanna Preissler, Magdalena Stückler, Ritger Traag, Johannes Wiener.

SILENT EARTH
Öffentliches Gespräch
mit Lisa Maria Enzenhofer, Edgar Honetschläger, Isa Klee und Josef Mikocki. Moderation: Andrea Lumplecker

Datum Dienstag 28. Juni 2022
Ort Oskar Kokoschka Platz

©Klasse für Alle
©Ritger Traag

Eine Magerwiese mit angrenzenden Gehölzstrukturen am Oskar-Kokoschka-Platz, auf der Schafgarbe, weiße Heideschnecken und eine Vielzahl von Insekten leben, ist Ausgangspunkt für die Ausverhandlung der Interessen nichtmenschlicher Organismen und deren Berücksichtigung in der Gestaltung von öffentlichem Raum. Vor dem Hintergrund der Vielfachkrisen setzten wir uns mit dem Ort und seiner biodiversen Bewohner:innenschaft neu in Beziehung, sammelten Daten in einem Citizen-Science-Projekt und entwickelten konkrete Handlungsansätze für den Ort als Biodiversitätsfläche.

LINKING THREADS / COMMON GROUND
Workshop
mit Erika Farina + Johanna Preissler

Ort Atelier im Heiligenkreuzerhof
Datum Mittwoch 29. Juni 2022, 11–21 Uhr

©Klasse für Alle

eCO/sphere
Workshop
mit Ritger Traag

Datum Donnerstag 30. Juni 2022, 11–18 Uhr
Ort Atelier im Heiligenkreuzerhof, Stiege 8, Erdgeschoß

©Klasse fuer Alle

TRAGEN UND GETRAGEN WERDEN
Feldenkrais Workshop
mit Ute Neuber und Philipp Ruthner

Datum Freitag 1. Juli 2022, 16–20 Uhr
Ort Heiligenkreuzerhof, Stiege 8, Erdgeschoß

©Magdalena Stückler

SOMMERSEMESTER 2022

LEARNING BY HEART
TEXT, PERFORMANCE, BAR
Ort Atelier im Heiligenkreuzerhof, Stiege 8, Ergeschoß
Datum Dienstag 31. Mai, 18–19:45 Uhr

Students from CROSS DISCIPLINARY STRATEGIES presented their works from the seminar “Learning by Heart. Bringing together Memory and Imagination” with Leander Gussmann. Afterwards, the window bar was operated by the „Klasse für Alle“ Team

ZEICHNEN IST POLITISCH
Salvage Art Institute präsentierte
WHAT WENT WRONG WITH PICASSO’S GUERNICA?
Sprache Englisch
Ort Atelier im Heiligenkreuzerhof, Stiege 8, Ergeschoß
Datum Dienstag 17. Mai, 17–19 Uhr

Die Reihe “Zeichnen ist Politisch” wurde initiiert von Veronika Dirnhofer, Elke Krasny und Ruby Sircar.
Anmeldung: v.dirnhofer@akbild.ac.at

Die Künstlerinnen Natalka Diachenko und Kateryna Lysovenko, die beide derzeit in Österreich (Krems bzw. Graz) leben, leiteten den Workshop für Salvage Art Institute: Natalka Diachenko arbeitet mittels dokumentarischer Fotografie und Film. Sie lebt und arbeitet in Kiew. Mitglied der Kunstinitiative DE NE DE. Kateryna Lysovenko beschäftigt sich mit Malerei und erforscht deren Geschichte im Sinne von Mythenbildung und Propaganda. Mit ihrer Arbeit wirbt sie für eine utopische Welt, in der die Menschheit frei ist. Kateryna lebt und arbeitet in Kiew.

WINTERSEMESTER 2021/22

REPAIR TOGETHER (OFFENES ATELIER)
Date Wednesdays 3–5 pm (Wintersemester 2021/22)
Location Classroom, Heiligenkreuzerhof
Certificate On regular attendance, there is the option to get a certificate for this course from Angewandte

Im OFFENEN ATELIER (15-17 Uhr) können – einzeln oder gemeinsam – bereits begonnene oder neue Repair- und Care-Arbeiten fortgesetzt, vertieft und geübt werden. An jedem Mittwoch soll es einen Repair-Schwerpunkt geben, es können aber auch viele Techniken nebeneinander angewendet werden. Die Fähigkeiten von einzelnen sollen in die Gruppe gestreut werden.
Schön, wenn sich jemand findet, um die anderen anzuleiten oder eine Technik vorzustellen, oder wenn jemand ein Impulsreferat halten möchte. Mending, Geräte-Repair, Seed-activism, Bodywork sind nur Beispiele für Arbeitsmöglichkeiten. Dieses Arbeiten wird von Gesprächen über Theorien, Hintergründe und Notwendigkeiten von Repair in unserer gegenwärtigen Gesellschaft begleitet sein. 

AGORA
From practice to theory to practice – Talk, exchange, connect, care, act
Date Wednesdays from 5 pm (Winter semester 2021/22)
Location Classroom, Heiligenkreuzerhof
Certificate On regular attendance, there is the option to get a certificate for this course from Angewandte

Ab 17 Uhr wird mittwochs der Arbeitstisch für mitgebrachtes Essen geräumt und das Atelier in eine open end AGORA überführt. Themen, die in den vorangegangenen Walks, Ausstellungsbesuchen und Workshops erstmals angesprochen wurden, finden hier mitsamt den eigenen zwischenzeitlichen Reflexionen eine Fortsetzung. Das Versammeln in der Runde soll Möglichkeit für weiterführendes Sprechen, Austausch, Diskussionen, Vernetzung, Filmeschauen, das Planen künftiger Repair-Veranstaltungen und -aktionen sein. Und vieles mehr. Bring food and drinks to share

ARTIVISM READING GROUP
Miteinander Lesen und Handeln (deutsch/englisch)
Termin Montag 18–19.30 Uhr, 14-tägig (Wintersemester 2021/22)
Termine 4.10., 18.10., 1.11., 15.11., 29.11., 13.12.2021, 10.1., 24.1.2022
Ort im lockdown zoom only!
Zertifikat Bei regelmäßiger Teilnahme (Anwesenheit 80%) besteht die Möglichkeit, diesen Kurs mit einem Zertifikat der Angewandten abzuschließen.

Der Begriff „Artivism” entstand Ende der 1990er Jahre, als Chicana Künstler:innen in Kalifornien und Zapatista Artists in Chiapas unter diesem Label politische Aktionen mittels künstlerischer Methoden durchführten. Wir leihen den Begriff, um zu verdeutlichen, dass wir unsere künstlerische Praxis vor dem Hintergrund der aktuellen globalen Probleme sehen.
Inspiration und Hintergrund dafür sind Texte: Poesie, Manifest, Science Fiction oder Theorie – gemeinsames Lesen und Diskutieren macht Sprache als sozialen Raum erfahrbar und initiiert Handlungsfähigkeit.
Die Auswahl der Texte erfolgt über inhaltliche Nähe zu anderen Veranstaltungen des Semesters. Ebenso gibt es gemeinsame Kino- und Ausstellungsbesuche.

ARG #1: 4.10.2021, 18 – 19:30 Uhr, hybrid
Text Donna Haraway, Staying with the trouble, Einleitung
ARG #2: 18.10.2021, 18 – 19:30 Uhr, nur Zoom
Text Donna Haraway, Staying with the trouble, Chapter 2:
Tentacular Thinking. Anthropocene, Capitalocene, Chthulucene
ARG #3: 1.11.2021, 18 – 20 Uhr, nur Heiligenkreuzerhof
Film Fabrizio Terranova: Donna Haraway – Storytelling for Earthly SurvivalARG # 4: 15.11., zoom
Text Donna Haraway, Unruhig bleiben. Kapitel 8: Camilles Geschichten. Die Kinder der Kompostisten
ARG # 5: 29.11., zoom
Text adrienne maree brown, Emergent Strategy. Kapitel: FRACTALS: the relationship netween small and large
ARG # 6: 29.11., zoom
Text adrienne maree brown, Emergent Strategy. „Introduction“ und „principles of emergent strategy“
ARG # 7: 10.1.2022, zoom
Text Audre Lorde, Poetry is not a Luxury + bell hooks, Theory as Liberatory Practise (in: Teaching to Transgress)
ARG # 8: 24.1.2022, zoom
Text Yener Bayramoglu, María do Mar Castro Varela, Post/pandemisches Leben. Eine neue Theorie der Fragilität

BODY REPAIR
Feldenkrais Methode
mit Philipp Ruthner
Termin Sonntag 18–19.30 Uhr, 14-tägig (Wintersemester 2021/22) 
Termine 7. 11., 21. 11.,  5.12., 19.12., 9.1., 23.1.
Ort Hybrid: vor Ort und Zoom
Kosten Einzeltermine € 18 / Semesterbeitrag € 100

Mit der Feldenkrais Methode werden Bewegungen und gerichtete Aufmerksamkeit genützt, um Körperbilder zu klären, Fehlfunktionen zu hinterfragen, vergessen geglaubte Orte und Bewegungen zu reaktivieren und die Bandbreite der Bewegungen zu erweitern. Grundsätzliche Fragen sind: Was ist die Basis unserer Entwicklung? Was haben wir mit anderen Spezies gemeinsam? Was formt unser Selbstbild und wie formen wir die Welt? Effekte können sein: gesteigerte Beweglichkeit, verbesserte Koordination und Haltung, erhöhte körperliche Vitalität und emotionales Wohlbefinden, Schmerzfreiheit, ein größerer Bewegungsumfang, gesteigerte Selbstwahrnehmung, mehr Präsenz und vieles mehr. Mitzubringen: gemütliche Alltagskleidung, Matte oder Decke
Philipp Ruthner studierte Bewegungswissenschaften in Wien und absolvierte die Ausbildung zum Feldenkraislehrer in Berlin. Er arbeitet seit 16 Jahren im Einzel- und Gruppenunterricht mit Menschen an der Verfeinerung von Körperwahrnehmung und dem Aneignen neuer oder vergessen geglaubter Bewegungsmöglichkeiten. www.philippruthner.com

Freitag, 17. Dezember, 13–16 Uhr
OFFENES ATELIER

HADERNPAPIER / BLAU
BRING YOUR OLD JEANS – MAKE YOUR OWN PAPER

mit Beatrix Mapalagama (Leiterin der Papierwerkstatt)
Ort Papierwerkstatt Angewandte, Vordere Zollamtstraße 7, 1. Stock
Kosten 12 Euro

Hadernpapier hat eine lange Tradition. Die ersten Papiere, die seit dem Mittelalter entstanden, waren aus aus Leinen. Hadernpapier besteht aus bereits gekämmten und gesponnenen Fasern, die wesentlich länger sind als alle Fasern, die die Industrie verwendet. Dadurch ist Papier aus Textilien extrem stabil und langlebig.
Wir verwenden in diesem Workshop ausschließlich alte, kaputte Jeans, um blaue Färbungen zu erhalten. Bereits eine Woche vor dem Workshop zerschneiden wir im Offenen Atelier die Stoffe, die dann in der Papierwerkstatt für uns vorbereitet werden.

Donnerstag, 18. November, 10 – 13 Uhr
treecycle BAUMPFLANZUNG

mit Johannes Wiener und Theresa Schütz
Ort
/Treffpunkt Zukunftshof (Haschahof)
Anreise Info siehe hier
Mitzubringen Warme Kleidung (es gibt keine Aufwärmmöglichkeit)
Kosten free

Bei diesem Workshop werden wir zusammen mit Johannes Wiener und Theresa Schütz von treecycle sowie Jugendlichen und einem Trainer von Jobtrain (Volkshilfe Wien) einen ausgewählten Baum in einen Container umpflanzen, der von der Klasse für Alle betreut und über den Winter an einem Zwischenstandpunkt im Umfeld der Angewandten aufgestellt werden wird. Wir werden mit dem von uns aufbewahrten Totholz der Superflux Ausstellung arbeiten und es in das Substrat für den neuen Baum untermischen. treecycle bringt als ökologisch und sozial nachhaltiges Stadtmöbel Lösungen für überhitzte Grätzln. Das Herzstück jedes treecycles ist ein Baum mit dazugehörigem Wasserturm. Der Kreislauf des urbanen Designermöbels erhält sich selbst und ist nahezu unabhängig von urbaner Infrastruktur. Elemente und Bepflanzung werden standortspezifisch gewählt und machen das Stadtmöbel zur maßgeschneiderten schattigen Insel.
treecycle ist ein Projekt von Theresa Schütz, Rüdiger Suppin und Johannes Wiener mit den Kooperationspartner:innen AusbildungsFit Jobtrain – Volkshilfe Wien und WUK work.space

Samstag, 13. November, 14 – 16 Uhr
CRACKS IN THE SYSTEM

Ein Stadtspaziergang mit Aurora Zordan
von AA nanotourism Visiting School
Ort/Treffpunkt Cafe Ignaz & Rosalia (Stand 37) at Meidlinger Markt
Language English
Kosten free

How can wild and unregistered trees provide a new form of ‘climate literacyʼ and an alternative greening strategy for the city?
The project discovers and tells the stories of wild, unregistered trees which find their own way through the urban fabric. In collaboration with locals – biologists, tour guides, politicians and other inhabitants – newly found wild trees were identified and documented through an alternative narrative of their urban existence, in a project in Meidling in summer 2020. The project sets a critical stand against the existing bureaucratic model of “urban greening” and reveals the role of self-planted trees’ within the city and their story as a legible symptom of a larger global issue – the climate crisis.
In this walk, the area will be expanded – We will start in the first district, look along the Wienfluss, and then take the U4 to Meidling – and old sites revisited for old and new plants and trees.

Samstag 6. November, 11-13 Uhr
ZEICHNEN IST POLITISCH
mit Mekhala Dave und Elka Krajewska

Ort 
Klassenräume im Heiligenkreuzerhof
Sprache 
Englisch
In Kooperation mit Akademie der bildenden Künste Wien, kunst.schule wien, SOHO in Ottakring, VBKÖ sowie dem Verein Solidarity Matters
Bitte um Anmeldung: 
r.sircar@akbild.ac.at

Die Workshopreihe Zeichnen ist politisch verbindet aktuelle emanzipierende zeitgenössische Zeichenpraxen, die künstlerischen Selbstausdruck, politische Artikulation und solidarische ästhetische Praxis verknüpfen, mit aktualisierender Erinnerungsarbeit an das Wirken von Gerda Matejka-Felden (1901–1984), die an der Akademie der bildenden Künste Wien als erste Frau ab 1947 zuerst außerordentliche Professorin und dann zwanzig Jahre später als ordentliche Professorin war.
Zeichnen macht es möglich, auch in beengtem Raum und mit geringen ökonomischen Ressourcen künstlerisch und politisch tätig zu sein. Zwischen dem Zeichnen und der historischen Frauenbewegung gibt es viele Zusammenhänge. In dieser politischen künstlerischen Tradition von Selbstermächtigung und Selbstausdrucks durch das Zeichnen stehen aktuelle Arbeiten von in Wien lebenden Künstler*innen. Veronika Dirnhofer hat 2015 die MORE Initiative für unbegleitete geflüchtete Jugendlichte initiiert, aus der der Verein Solidarity Matters hervorgegangen ist.
Zeichnen ist politisch ist eine Workshopreihe, die ein Jahr lang kontinuierlich Aufbauarbeit leistet, einen Zeichenkreis aufzubauen und Institutionen miteinander zu vernetzen, die mit emanzipierender künstlerischer Praxis befasst sind. Migrantisch und diasporisch positionierte Künstler:innen werden im Rahmen von Zeichnen ist politisch Workshops geben.
Klasse für Alle freut sich, Teil der Reihe zu sein.

KICK-OFF, Oktober 2021

Sonntag, 10. Oktober, 14–16.30 Uhr
MENDING WORKSHOP — Prick & Stitch  
mit Celia Pym
Language Englisch
Ort Zoom / Klassenräume im Heiligenkreuzerhof
Teilnehmer:innen: max. 12 Personen
Ausgebucht! Warteliste ist möglich
Celia wird per Zoom unterrichten, eine Teilnahme per Zoom ist möglich. Fünf Plätze sind für ein gemeinsames Arbeiten im Heiligenkreuzerhof reserviert.

“Mending” ist eine Klasse, die die textile Reparatur von Kleidung erforscht, und auch die Fragen des Wie und Warum. Behutsamkeit und Fürsorge von Reparatur werden in den Mittelpunkt gestellt. Das Ziel des Workshops ist es, Flick-Techniken zu üben – vor allem jene des Stopfens. Wir werden von Künstler:innen lernen, die mit Repair arbeiten. Wir werden Kenntnisse in gewebtem und gestricktem Stopfen erwerben und üben. Es wird auch die Gelegenheit geben, eigene beschädigte Kleidungsstücke zu reparieren.
Mitzubringen sind kaputte Kleidungsstücke, bevorzugt aus Wolle oder gestrickt, für die Reparatur-Möglichkeiten besprochen werden sollen.
Es sind keine Vorkenntnisse in Stopfen, Stricken oder Nähen erforderlich.

Celia Pym ist Künstlerin und lebt und arbeitet in London. Seit 2007 erforscht sie Beschädigung und Reparatur bei Textilien. Sie hat umfassende Erfahrung mit einer großen Bandbreite und Geschichte von Beschädigung, von einfachen Mottenlöchern bis hin zu Brandunfällen. Ihre Arbeiten wurden international gezeigt. www.celiapym.com

Samstag, 9. Oktober 2021, 15:30–18 Uhr
Der Spaziergang als kollektive Methode des Verlernens
mit Carla Bobadilla
Sprache Deutsch; English whisper translation will be available
Treffpunkt Heiligenkreuzerhof, Stiege 8

Dieser Streifzug mit Carla Bobadilla ist eine Suche nach Spuren kolonialer Vergangenheit. Er beginnt im Heiligenkreuzerhof und führt über die Wiener Innenstadt und das Weltmuseum zum Schmetterlingshaus im Burggarten. Dabei steht im Fokus, wie vor allem der Handel und die seit dem 19. Jahrhundert entstehende Disziplin der Botanik das Begehren für die Anderen und das Andere zeigen, aber gleichzeitig Ausschlüsse produzieren. Es werden Hausfassaden, Denkmäler, Geschäftslokale und Stadtgeschichte aufgegriffen und in neue Beziehungen gebracht. Der soziale Raum der Stadt, den wir alltäglich erfahren und herstellen, ist ein von Geschichten beladener Raum, der hinterfragt und kritisch betrachtet werden soll. Zentral dabei ist der gemeinsame Reflexions- und Diskussionsprozess.

Carla Bobadilla ist eine forschende Künstlerin. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die Entwicklung von Kommunikations- und Vermittlungspraktiken, insbesondere in den Bereichen der postkolonialen Kritik und der Critical Race Theory. Als Senior Lecturer an der Akademie der bildenden Künste in Wien lehrt sie, wie Formate entwickelt werden können, die eine Verhandlung von Fragen zum kulturellen Erbe innerhalb eines postkolonialen Kontextes unter Verwendung dekolonisierender Methodologien ermöglichen. 
www.carlabobadilla.at

Freitag, 8. Oktober 2021, 19 Uhr
Kader Attia, The Body’s Legacies Part 2:  The Postcolonial Body
FILM SCREENING (Kader Attia wird nicht anwesend sein)

anschließend GESPRÄCH mit Simon Inou, Journalist und Soziologe
Sprache
/ Film
Französisch mit engl. Untertiteln
Sprache / Gespräch Deutsch und Englisch (je nach Bedarf)
Ort
Klassenräume im Heiligenkreuzerhof, Stiege 8, EG
Aufgrund von Covid-Regelungen limitierte Teilnehmer:innenzahl (15 Personen), wir bitten um Anmeldung!

In diesem Film lässt Kader Attia Menschen zu Wort kommen, die zutiefst in die Nachwirkungen postkolonialen Lebens und dessen kulturelle, psychologische, politische und philosophische Auswirkungen verwickelt sind. Intellektuelle und Kulturarbeiter:innen westlichen und nicht-westlichen Hintergrunds erzählen von ihrem Wissen über und ihren Erfahrungen mit Verletzungen und Repair, vor dem Hintergrund alltäglicher Erfahrungen.
Kader Attia legt in seiner künstlerischen Praxis einen Fokus auf die Themen “Verletzung” und “Repair”. Wunden im Heilungsprozess sichtbar zu lassen anstatt sie zu verstecken, ermöglicht Einsichten und zeigt Möglichkeiten der Heilung, mit einem neuen Verständnis für kulturelle Unterschiede.
Kader Attia wuchs in Paris und Algier auf. Die Erfahrung mit unterschiedlichen Kulturen, deren Geschichte über die Jahrhunderte hinweg von reichen Handelsbeziehungen, Kolonialismus und multi-ethnischen Gesellschaften geprägt war, hat seinen interkulturellen und interdisziplinären Zugang wesentlich geprägt und ihn zur Auseinandersetzung mit “Repair” geführt, einem Konzept, das er philosophisch in seinem Schreiben und symbolisch in seinen künstlerischen Arbeiten weiterentwickelt hat.
Simon Inou ist Journalist, Soziologe und Aktivist. Er wurde in Kamerun geboren und lebt seit 1995 in Österreich.

Dienstag, 5. Oktober 2021, 12.30–15.30 Uhr
GEFÜHRTE AUWANDERUNG — Wie geht es dem Auwald?   
mit dem Nationalparkförster Ing. Thomas Neumair
Sprache Deutsch
Ort Nationalpark Donauauen

Alte Bäume sind von unschätzbarem Wert für die Natur, bilden einzeln oder als Wald den Lebensraum für unzählige Organismen. Der Auwald mit Totholz  ist Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Wir erwandern uns im Gespräch Wissen über dieses besondere Zusammenleben und unsere Verantwortlichkeit. 

Montag, 4. Oktober 2021, 10–14 Uhr
AKTIONSGRUPPE STADTBAUM
„Waldarbeit“ – Mithilfe beim Abbau der Installation und Gespräche
Sprache Deutsch / Englisch
Ort MAK, Museum für angewandte Kunst

Die Bäume der Installation werden nach Ausstellungsende wieder der Natur übergeben. Das Projekt ist so konzipiert, dass alle Komponenten der Installation ein Nachleben haben, um den CO2-Fußabdruck bestmöglich zu neutralisieren, d.h. das Holz wird wieder der Natur zurückgegeben. Beim Helfen und Arbeiten mit Holz wollen wir Ideen weiterspinnen.
Nicht nur für Teilnehmer:innen der Aktionsgruppe Stadtbaum, sondern für alle, die hinter die Kulissen einer Museumsinstallation blicken möchten und/oder gerne mit totem und lebendem Holz arbeiten.

Sonntag, 3. Oktober 2021, 16–18 Uhr
LAST MINUTE AUSSTELLUNGSBESUCH — Invocation for Hope  
Führung durch die Installation und Gespräch vor Ort 
mit der Künstlerin Anab Jain (Superflux)

Sprache Englisch
Ort MAK, Museum für angewandte Kunst. Geänderter Treffpunkt: direkt bei der Installation, große Ausstellungshalle, Erdgeschoß

In dieser Installation versetzt Superflux uns Besucher:innen in die Vision einer post-anthropozentrischen Zukunft, die nicht mehr vom Menschen allein bestimmt wird. Mehrere Hundert Bäume, die im Frühjahr bei einem Waldbrand verbrannt sind, wurden in Kooperation mit dem Forstamt und der Feuerwehr von Neunkirchen ins MAK gebracht. Während wir durch diesen künstlichen Wald gehen, können wir wahrnehmen, dass die Baum-Skelette ihre Fruchtbarkeit an die Erde um uns herum zurückgeben. Gleichzeitig werden hier zukünftige Welten zum Leben erweckt und wir können neue Möglichkeiten für ein ökologisches, ökonomisches und emotionales Miteinander überlegen und erfinden. Und: Wir lernen ein Verständnis für einen zukünftigen, neuen Begriff von “Natur”.
www.mak.at/invocationforhope
www.superflux.in

Freitag, 1. Oktober 2021, 17–18:30 Uhr
AKTIONSGRUPPE STADTBAUM + treecycle
   
Erstes Treffen der “Aktionsgruppe Stadtbaum”
mit Theresa Schütz und Johannes Wiener (zusammen mit Rüdiger Suppin leiten sie das treecycle Projekt) bei der Prototypenpräsentation in der Ausstellung FUNGHI
Ort Das T/abor, Taborstraße 51/3, 1020 Wien

treecycle – das Stadtmöbel als Ökosystem präsentiert seinen Prototypen »PARK 10METER«  bei der VIENNA DESIGN WEEK. Das aus einer Grätzl-Oase hervorgegangene und in Kooperation mit Jugendlichen der VOLKSHILFE Wien und WUK.WORKSPACE entwickelte Parklet zeigt sich im Rahmen der Ausstellung »FUNGHI« im T/abor – Raum für Kunst und transdisziplinäre Zusammenarbeit. Die „Aktionsgruppe Stadtbaum“ der Klasse für Alle trifft sich hier zum ersten Mal in diesem Semester. Theresa Schütz und Johannes Wiener vom treecycle Team werden uns vom treecycle Projekt erzählen, und zusammen werden wir planen, wie wir über das Semester hinweg zusammenarbeiten können. www.treecycle.at
www.viennadesignweek.at